Dachaufstockung auf einem Bestandsgebäude in Berlin

Dachaufstockung

Aus einem Dach wird ein Geschoss

Ausgangslage

Der letzte freie Bauplatz liegt oft schon auf dem Grundstück

Wo in Berlin nachverdichtet werden soll, sind Flächen knapp und teuer. Über vielen Bestandsgebäuden liegt dagegen ungenutztes Volumen: ein flaches Dach, ein niedriges Staffelgeschoss, ein nie ausgebauter Dachraum.

Ob daraus Wohn- oder Nutzfläche werden kann, entscheidet weniger die Gestaltung als das, was das Haus tragen kann und was das Baurecht am Standort zulässt.

Zeichnung einer Aufstockung in Holzbauweise auf einem Berliner Gründerzeithaus
Visualisierung, kein ausgeführtes Projekt

Voraussetzungen

Was über eine Aufstockung entscheidet

Eine Aufstockung ist kein Neubau auf freier Fläche. Alles, was oben dazukommt, muss unten getragen, erschlossen und versorgt werden.

Drei Fragen stehen deshalb ganz am Anfang.

01

Tragreserven

Fundamente, Wände und Decken müssen die zusätzliche Last aufnehmen. Ein Tragwerksplaner klärt, ob Reserven vorhanden sind oder ertüchtigt werden muss.

02

Baurecht

Zulässige Höhe, Abstandsflächen, Geschosszahl und Brandschutz begrenzen, was möglich ist. Den Rahmen gibt der Bebauungsplan vor.

03

Erschließung

Treppenhaus, Aufzug, Steigleitungen und der zweite Rettungsweg müssen bis in das neue Geschoss geführt werden.

Vorgehen

Der Bestand darunter bleibt in Betrieb

Aufgestockt wird fast immer auf einem Gebäude, in dem gewohnt oder gearbeitet wird. Danach richtet sich der gesamte Ablauf.

  • Tragreserven prüfen lassen und notwendige Ertüchtigung festlegen
  • Baurechtliche Zulässigkeit klären, wo sinnvoll über einen Vorbescheid
  • Aufstockung in Leichtbauweise planen, meist als Holz- oder Stahlkonstruktion
  • Erschließung, Leitungen und zweiten Rettungsweg weiterführen
  • Abdichtung und energetische Hülle an den Bestand anschließen
  • Bauablauf, Kranstellung und Lärmzeiten mit den Nutzern abstimmen
Zeichnung einer Aufstockung mit dunkler Metallfassade auf einem Nachkriegsbau
Visualisierung, kein ausgeführtes Projekt

Herausforderungen

Wo eine Aufstockung aufwendig wird

Der Aufbau selbst ist selten das Schwierige. Aufwendig ist, was er im Bestand darunter auslöst.

Statik entscheidet über die Bauweise. Reichen die Reserven nicht, müssen Lasten über neue Bauteile bis in die Gründung geführt werden. Das trifft dann auch Geschosse, die eigentlich unberührt bleiben sollten.

Erschließung ist der zweite große Posten. Ein Treppenhaus zu verlängern ist einfach, einen Aufzug nachzurüsten selten.

Brandschutz ändert sich mit jedem zusätzlichen Geschoss. Ab bestimmten Höhen gelten andere Anforderungen an Rettungswege und Bauteile.

Witterung wird zum Terminfaktor. Sobald das Dach geöffnet ist, muss der Bestand darunter geschützt sein. Wetterschutz und ein enger Terminplan gehören zusammen.

Nachbarschaft bleibt während der Bauzeit im Haus. Kranstellung, Anlieferung und Lärm gehören deshalb in die Planung und nicht in die Improvisation.

Zeichnung einer begrünten Aufstockung über einem Hofgebäude mit Dachterrassen
Visualisierung, kein ausgeführtes Projekt

Nächster Schritt

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Wir prüfen für Sie, was Ihr Gebäude tragen kann und was am Standort baurechtlich möglich ist.

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